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Equinoxe gruesst Datum: Mo, 19. Dez 2011
> Die große Fahrt der Equinoxe > Standortmeldung 30 > > Weihnachten in Venezuela auf den Islas Los Roques > > > Liebe Leute, > endlich ist auch Christel an Bord und wir haben den außergewöhnlich > gastfreundlichen Hafen von Puerto la Cruz verlassen. Seit einigen Wochen > kreuzen wir in der karibischen See, speziell in der Venezuela > vorgelagerten Inselwelt. Von hier aus grüßen wir Euch alle in Nah und > Fern. > > Die in der südlichen Karibik gelegenen Inseln weisen bisweilen schon > Südseecharakter auf. Bedingt durch die Korallenriffe und flachen Sände ist > das Meer um die Inseln, manche sind nicht größer als ein Golfplatz, > tiefblau, während das Wasser in den flachen Lagunen und auf den > Ankerplätzen in intensiven Grün-, Türkis- und Blautönen leuchtet. Hinzu > kommt > der Reichtum bunter und zugleich essbarer Fische zwischen denen sich > hervorragend schnorcheln lässt. Das Wasser hat 28,5 Grad, unsere > Badewassertemperatur. > Zuerst haben wir die Islas La Tortuga besucht. Der neue Anker grub sich > schnell und sicher in den sandigen Grund der Hauptinsel in Punta Delgada > del Este ein. Glasklares türkisfarbenes Wasser unter uns und kurz darauf > um uns herum. Berthold, der schon mit Norbert hier war, wusste von einem > Fischer, der tischfertige Hummer anbietet. Doch bevor wir unser Dinghi für > den Landgang bereit hatten, kam ein Fischerboot längsseits. Ein Fischer > bat um medizinische Hilfe, er war von einem Hummer verletzt worden. Mit > Antibiotika, Desinfektionsspülung und natürlich Betaisadonna-Salbe konnten > wir erste Hilfe leisten. Für diesen Einsatz ließ er es sich nicht nehmen, > uns ein wunderbares Exemplar seines Hummerfangs zu schenken. Schnell > hatten wir unseren größten Kochtopf hervorgeholt und das Tier musste > kochend heiß baden. Auf den Geschmack gekommen, erwarben wir einige Tage > später bei dem bekannten Fischer ein weiteres, diesmal von ihm essfertig > zubereitetes Exemplar. > Die medizinischen Möglichkeiten an Bord der Equinoxe scheinen sich bei den > Fischern herumgesprochen zu haben, denn täglich kamen nun Boote längsseits > und baten um Hilfe. Dadurch hatten wir gute Kontakte zu den wenigen hier > lebenden Menschen. Wir fühlten uns schon wie Ärzte ohne Grenzen, > Operationen konnten wir zum Glück (wessen Glück auch immer) vermeiden. > Von hier sind wir einige Meilen weiter hinter die Riffs von Los > Palenquines gesegelt. Eigentlich liegt das Boot in der offenen karibischen > See, doch die vorgelageren Riffs bereiten fast schwellfreies Gewässer. Die > Brandung zum Festland ist für eine Anlandung mit dem Dinghi jedoch nicht > geeignet. Darum am folgenden Tag weiter nach Cayo Herradura, ein gut > schützendes hufeisenförmiges Riff. Vier gegen Sonne und Regen schützende > Unterstände bieten einigen Fischern einen gewissen Aufenthaltskomfort. > Unseren Landgang, bei dem wir einen Patienten (geheilten) wiedertrafen, > mussten wir wegen der unzähligen und überaus agressiven Moskitos > abbrechen. Einen Landgang auf Tortugilla, hervorragend zum Schnorcheln und > Grillen, versagten wir uns wegen der dort vorhandenen Mangroven, die > ursächlich für den Moskito-Reichtum sind. Die Monate November und Dezember > sind für die Moskitoplage bekannt. > > Etwa 100 Meilen nordöstlich von La Tortuga liegen die Islas los Roques, > ein etwa 20 x 40 km großes Riffplateau mit vielen Inseln. Die Reise > dorthin bedeutet ein Tages- und Nachttörn. Die Planung muss jedoch so > sein, dass wir bei Tageslicht die Inseln erreichen, um uns zwischen den > Riffs zurecht zu finden. Trotz aller novigatorischer Planung stellten wir > auf halber Strecke unseres Törns dorthin fest, dass wir das angepeilte > Ziel voraussichtlich um Mitternacht erreichen werden. Der Wind brachte uns > viel schneller voran als erwartet. Ein Reff, zwei Reffs, etwas mehr Höhe > als notwendig, immer noch zu schnell. Christel hat die Idee: wir segeln > eine Stunde zurück, oder auch zwei, dann wieder auf alten Kurs, > gegebenenfalls das gleiche noch einmal, so könnten wir die Inseln im > Morgengrauen erreichen. Gedacht, getan. Liebe Segler, wann hat man es > schon, das Erlebnis, dass man langsamer segeln muss, als Boot und Wind es > hergeben. Doch um vier Uhr morgens schlief der Wind etwas ein, das half > uns, etwa um 10 das Riffgewässer zu erreichen. Die Hauptinsel Gran Roque, > mit einem Berg von 380 m Höhe, übrigens die einzige Höhe im gesamten > Riffgewässer, war unser Ziel. > > Einklarierung bei a) Guardia Costa, b) National Parque c) Los Roques > Autoridad erfolgreich absolviert, wir dürfen für einige Tage bleiben. Wir > sind in Transit, müssen nicht ein- oder ausklarieren. Unsere Verweildauer > außerhalb Venezuelas wird nicht berührt. Danke Capitano. > Wir erleben ein kleines sauberes Dorf mit mehr als hundert Häusern. Viele > davon sind als Pousadas, Pensionen, gekennzeichnet. Einige Restaurants, 2 > -3 Lebensmittelgeschäftchen und mehrere Souvenirshops säumen die Sandwege. > Straßen und Autos gibt es hier nicht. Es gibt jedoch einen Flughafen für > Kleinflugzeuge. Am Sonntagnachmittag zählen wir etwa 25 Starts und > Landungen. Bade- und Tauchgäste kommen und gehen. > Dank der guten Organisation werden sie mit schnell fahrenden Booten zu den > Stränden und rechtzeitig zurück gebracht. > > Der Einklarierungsbeamte der Guardia Costa, der Küstenwache, empfahl uns > einige interessante Ankerplätze, die wir nun in den nächsten Tagen > aufsuchen werden, bevor wir zu den Islas Aves weiter segeln wollen. Es > geht also doch weiter westlich als ursprünglich geplant. > > Euch allen noch eine stressfreie Woche und dann > ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr > Berthold und Christel > > PS Seit Puerto la Cruz haben wir keinen Internet-Anschluss mehr. Diese > Mail ist über Satellit gesandt. Auf diesem Wege können nur Texte (keine > Bilder oder ähnliches) übermittelt werden.
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