Februar 2011







Boot des Monats Februar 2011

Bei der hier vorgestellten NEPTUN 20, JAN HIMP, handelt es sich um einen Taschenkreuzer mit Kielschwert, der seit 1973 mit vielen Detailveränderungen bis 1981 ca. 1200 mal gebaut wurde.
Das Boot trägt die Baunummer 848, ist 6 m lang und 2,35 m breit. Die Segelfläche beträgt 24 m2, dagegen stehen ca. 250 kg Ballast. Das Gesamtgewicht liegt, je nach Beladung bei 1000-1200 kg.
Der Antrieb erfolgt mit einem Yamaha 2 Zyl. 6/8PS, 2 –Takter, der im Schacht eingebaut ist und wegen des Gewichtes und des Platzbedarfes nicht durch einen 4-Takter ersetzt werden kann. Auf dem Heimatgewässer läuft er mit einem Gemisch von 1:150 und mäßigen Drehzahlen.
Der Propeller hat eine Überdeckung von 60 %, wodurch sein Wirkungsgrad auch bei Rückwärtsfahrt beachtlich ist. Er steht 20 cm vor dem Ruder, die Manövriereigenschaften sind trotz des gemäßigten Langkieles hervorragend. Er bremst aber auch beim Segeln!
Auffällig ist, dass der Rumpf trotz der extrem vielen Anlegevorgänge vor allen vorhandenen Biergärten in 20 Jahren noch nicht lackiert werden musste. Seit mühseliges Polieren vor 5 Jahren aufgegeben wurde, erfolgte nur noch Beschichtung mit Liquid Glass.
Osmose kennen die kleinen Neptuns nicht. Die Werft arbeitete von Anfang an mit hochwertigen Harzen, die andere Werften viele Jahre später einführten. Da auch die Mehrpreisliste durch die üppige Grundausstattung vergleichsweise sehr kurz war, war die Neptun-Werft mit bei den ersten Werftenpleiten.
Der Innenausbau zeigt den Charme der 70er Jahre, ist dennoch so gut erhalten, dass kein Bedarf für Änderungen besteht. Es ist wirklich alles original.
Die IOR-Linien, klassifizieren das Boot natürlich für die Wanderdünenklasse, bieten aber reichlich Platz für die Gestaltung des Innenraumes. Allein im separierten Vorschiff können 1 Erwachsener oder 2 Kinder schlafen. Unter dem Tisch gibt es keinen Schwertkasten.
Hinter den Kulissen wurde allerdings stark modernisiert. Bis 1995 fuhr sogar ein C-Netz-Telefon mit. Nach der Umstellung auf das D-Netz wurde gleich ein Akku eingespart. An den Platz kam dann eine Kompressor-Kühlbox mit 25 l Volumen. Ein Wandler 12/230 V ist ebenso vorhanden wie Internet via W-LAN und GPRS.
Nach einem Artikel in der Yacht um 1990 über die Gefährlichkeit von Halogenlampen, wurde umgehend die gesamte Positionsbeleuchtung und die Innenbeleuchtung auf 10 W Halogen umgestellt, wobei die Laternen eine zusätzliche Verspiegelung erhielten.
Obwohl sich die Helligkeit nicht veränderte, haben die Lampen jetzt nur eine Konformitätserklärung vom Hl. St. Martin.
Insgesamt ein treues Schiff mit niedrigen Unterhaltungskosten, und minimaler Kapitalbindung, welches auf dem Baldeneysee bei höchster Eleodea-Belastung keine Probleme hat.
Wer mit dem Boot in Urlaub fährt, weiß das große Hubdach zu schätzen. Es gibt sogar ein Foto, welches in Naarden 8 Personen beim Abendessen zeigt.
Beim Chartern kritisiert der Eigner gelegentlich größere Schiffe, denen offensichtlich einige Eigenschaften fehlen, die seine Neptun mitbringt.
Die wiedererstandene Neptun-Werft macht heute Modernisierungen und Heckverlängerungen, für die Eigner häufig den 2,5-fachen Zeitwert des Bootes bezahlen.



Mai 2010




Stups
Ohlson 8:8 , de Luxe
Länge: 8,80 m oder 29 Fuss, Breite: 2,85, Tiefgang: 1,56 m, Verdrängung: 3,6 t (alles Werftangaben)

Konstrukteur: Einar Ohlson, Bröd-Ohlson AB
Baujahr 1981 in Schweden, Baunummer 300, damit eines der letzten gebauten Exemplare. Die Werft ging in Konkurs.

1981-1985 als "MUSCHKA", Eigner Ehepaar M., Fehmarn

1985-2004 als "PÜTTING", Eigner Ehepaar F., Möltenort, letzte Tour mit diesem Boot 2003 von Möltenort-Nordkap-Möltenort, ca. 3500 sm in 81 Tagen.

ab 2004 als "STUPS" im Besitz von Manfred Ketels, Heimathafen Essen (den es wohl nie zu sehen bekommt)

Die Ohlson 8:8 war nach Erscheinen sehr erfolgreich im Regattageschehen. Obwohl nach IOR gebaut, hat sie nicht die typische IOR-Beule im Rumpf wohl aber ein Rigg mit kleinem Großsegel und Babystag. Die späten Versionen haben einen sehr brauchbaren Ankerkasten. Da hat ein 10 kg Delta-Anker, 30 m Kette und 40 m Trosse Platz. Eine elektrische Winsch wurde schon vom Voreigner nachgerüstet. Das Platzangebot in Plicht und Salon ist für die Bootsgröße sehr großzügig.
Die Aufteilung innen ist klassisch, V-Koje, WC-Raum BB und Kleiderschrank StB, Salon, Pantry mit Petroleumkocher, gegenüber Navi-Ecke, Hundekoje StB.
Die Segeleigenschaften sind gutmütig, kursstabil, starkwindtauglich und trotzdem wendig. Der gemäßigte Kurzkiel hat eine Bombe das Ruder einen Skeg.
Die Zeitschrift "Yacht" veröffentlichte einen Gebrauchtboottest im Heft 5/2001

Der Ersteigner hatte einige Besonderheiten bestellt. So fehlt die bei der de Luxe-Ausführung serienmäßige Scheuerleiste, außerdem hatte er einen Tiefkiel bestellt. Der Tiefgang ist nun entgegen der Werftangaben leider 1,78. Das liegt nicht nur an der sowieso etwas höher liegenden Wasserlinie.

Der Voreigner hatte einen gewissen Hang zum Basteln, wobei er viele Dinge selber anfertigte. Einiges davon war sehr praktisch, anderes dagegen war weniger gelungen, vor allem wenn es kaputt ging und irgendwie ersetzt werden mußte. Nach meinem Kauf wurde nach einem Jahr der 10 PS schwache VP-Motor durch einen 20 PS 3-Zylinder Beta-Marine ersetzt. Später wurde noch einiges mehr an Ausrüstung ergänzt und ersetzt.

In den Jahren 2004 bis 2009 wurden mehrmonatige Sommerreisen Telemarkkanal/Norwegen, Lofoten, Westschweden, Mälaren, Aalandinseln, Bornholm, Dänemark, Rügen. Teilstrecken der Norwegenreisen wurden zu zweit durchgeführt, sonst alles einhand. Mehr dazu: STUPS















März 2010













Yacht des Monats März 2010

La Mer
, Contest 44 Kutter, GFK-Rumpf 1988 bei Conyplex laminiert, Kiel und Rigg gegenüber Ketsch Version von Dick Zaal 1991 in Kutter mit 2,26m Tiefgang geändert, Innenausbau 1992 bei Roosendaal Shipyard durchgeführt und 1993 zu Wasser gelassen.
Baumaße: Länge 13,35m (L.W.L. 10,20m), Breite 4,00m, Tiefgang 2,26m Verdrängung ca. 19 Tonnen, Segelfläche am Wind 110 m2 , Gennaker 144 m⊃2; Maschine 4 Zylinder Turbodiesel mit 62 PS.
Tankkapazität für Diesel: 2 x 250 Liter plus 80 Liter Tagestank, alle Tanks aus Edelstahl. Frischwasser ca. 1000 Liter in 3 Tanks aus Epoxy.
Stromversorgung in 24 Volt für Verbraucherstrom mit ca. 360 Ah ( 12 V äquivalent 720 Ah), 2 Spannungswandler auf 12 Volt, Starterbatterie 12 Volt mit 110 Ah, 2 x 110 Ah Hochleistungsbatterie für Bugstrahlruder sowie 2 Inverter ( 250W und 600W) für 220V Versorgung.
Navigations- und Sicherheitsausrüstung für Fahrtgebiet Hochsee.
La Mer wurde nach den Vorstellungen des ersten Eigners für weltweite Fahrt gebaut und spezifiziert. Alle Beschläge und Decksausrüstung abweichend zum Standard vergrößert, Vorschiff mit integriertem Kollisionsschott. Entgegen der Werftversion (Flügelkiel) wurde ein laminierter Scheelkiel montiert. Ruder am Vollskeg. Der Innenausbau ist aus Teak, 6 Kojen in 3 Kabinen, Salon, 2 Toiletten, 1 Dusche.
La Mer ist Baunummer 2 und gleichzeitig die letzte aus dieser Serie. In den ersten Jahren segelte sie vorwiegend auf dem Ijsselmeer mit Ausnahme einer Seereise nach Schweden. Der ursprüngliche Gedanke einer Weltumsegelung wurde mangels familiärer Unterstützung schnell aufgegeben. In den letzten zwei Jahren vor unserem Kauf November 1998 wurde sie nicht mehr gesegelt und gepflegt. Deshalb musste nach Anschaffung viel in technische Ausrüstung und Pflege investiert werden. Der heutige Zustand entspricht wieder dem Grundgedanken der weltweiten Fahrt.
Bisher sind wir mit ihr neben unserem Hausrevier Holland wiederholt in England, Frankreich, Dänemark und Deutschland gesegelt. Alle Reisen erfolgen stets über den Seeweg, da Kanalfahrten auf Grund von Tiefgang und Masthöhe bis auf Nordseekanal zwischen Amsterdam und Ijmuiden so wie NOK nicht möglich sind.
Wir wünschen uns noch viele, auch längere Reisen mit La Mer.



Februar 2010







Yacht des Monats Februar 2010

Spirit of Diana, Typ: Dehler 36 SQ, Baujahr: 2006, Baunr. 241, Abmessungen: 10,95 x 3,50 x 1,95 m, Verdrängung: 6,0 t, Durchfahrtshöhe: 18,1 m, Motorisierung: Volvo Penta D 1-30 (28 PS), Segelfläche am Wind: 72 qm

Die Dehler 36 wurde im Jahr 2000 von Judel/Vrolijk konstruiert und war auf Anhieb schneller, als die größere Schwester Dehler 39. Die 39er wurde daher einem geschwindigkeitssteigernden Facelift unterzogen, was mit dem Zusatz „SQ“ für Speed & Quality in der Typbezeichnung zum Ausdruck gebracht wurde. Im Jahr 2006 erhielt auch die 36er den Zusatz SQ nach einem Facelift, der sich jedoch nur auf die Ausstattung und optische Elemente, nicht aber das Speedpotenzial bezog.

Im Sommer 2006 in Auftrag gegeben, wurde unsere Spirit of Diana kurz vor Weihnachten 2006 ausgeliefert. Der Name ist eine Reminiszenz an die elterlichen Segelboote, die stets Diana getauft wurden, der römischen Göttin der Jagd.

Durch die räumliche Nähe zur Werft im sauerländischen Freienohl konnten wir die bei einem Neubauprojekt natürlich spannende Phase der Entstehung laufend beobachten. Die Werft gewährte uns stets unmittelbaren Zugang in die laufende Produktion sowie Umsetzungsbereitschaft für spontane Änderungswünsche zum Serienstandard. Als Beispiele seien genannt der Umbau der Sitzgruppe im Salon von runder auf eckige Rückenpolsteranordnung, eine Verlängerung der Liegefläche im Vorschiff, ein Versetzen eines Längsstringers in der Achterkabine zu Gunsten der dortigen Liegefläche, diverse Elektroinstallationen oder die Farbgebung: Unsere Dehler 36 SQ ist ein Unikat, da weltweit die einzige ohne den zum Dehler-Corporate-Design zählenden Doppelstreifen am Kajütaufbau.

Rumpf und Deck werden zusammengefügt, während beide noch in der Laminierform sitzen, dann verschraubt und von innen ringsum zusammen laminiert. Erst dann wird das Kasko entformt. Dehler wendet ein sehr aufwändiges Verfahren an, das bei keiner anderen Serienwerft mehr Anwendung findet, große Stabilität bietet und verhindert, dass der Rumpf sich vor der Hochzeit leistungsvermindernd verziehen kann.













Seit der Erstwasserung im März 2007 haben wir das Boot über die heutzutage üblichen Extras aus der werftseitigen Optionsliste im Bereich der Ausrüstung weiter komplettiert. De Vries in Makkum hat nach unserem erfolgreichem Nörgeln über das Design seiner Standard-Sprayhood und Kuchenbude für die Dehler 36 ein komplett neue Schablone entworfen – jetzt sitzt das schützende Tuch knackig und wie angegossen. Raymarine und Furono haben viel Spielerei geliefert und Frauke Klatt hat unser Boot als Aquarell verewigt, das den Salon ziert.

Die Dehler 36 SQ liegt sensibel und drehfreudig auf dem Ruder, lässt sich aber dennoch gutmütig segeln. Das Geschwindigkeitspotenzial macht viel Laune und ist für den Bedarf unserer 2er-Crew derart gut, dass wir das Boot mit nur kleiner Segelgarderobe bewegen: wir fahren lediglich das Groß (40 qm), eine Genua III (32 qm) und am Rüssel einen Gennaker (104 qm) mit Bergeschlauch.

Ausgehend vom Heimathafen der Spirit of Diana in Hindeloopen liegt unser Fahrtgebiet in der Nord- und der Ostsee.

Nachdem die Werft Dehler im Jahr 2008 die Werft Etap gekauft hatte, wurde die Produktion der Dehler 36 SQ nach Belgien in die Hallen von Etap verlagert. Ende 2008 hat Dehler Insolvenz angemeldet und damit Anfang 2009 auch Etap in die Pleite gezogen. Etap wurde an Deplhia verkauft. In den Wirren der Entflechtung von Dehler und Etap – so wird gemunkelt – ist die Rumpfform der Dehler 36 SQ aus Belgien nach Polen „verschwunden“, weshalb Dehler die Produktion der 36er zwangsweise einstellen musste und auch nach dem Neustart der Werft in 2009 unter Führung von Hanse nicht erneut aufnehmen kann.

Dem Markt wird bedauerlicherweise ein tolles Produkt entzogen; wir können das Boot und seine Bauqualität in jeder Hinsicht nur loben. Die wenigen und unbedeutenden Garantiefälle, die wir nach der Erstwasserung anzumelden hatten, richteten sich ausschließlich gegen verdeckte Mängel an Komponenten von Zulieferern und wurden klaglos beseitigt.



Dezember 2009




Yacht des Monats Dezember 2009

Lanita
, ex Floris, ex ?? Rival 38 C Bj.1978, GFK,11,45 x 3,45 x 1,65 m Gew. 7,5 T, Segelfläche 75 qm, mit Groß und Genua 1 oder Genua II und Kutterfock.
Rumpf mit Lloyds Zertifikat gebaut, 42 PS Mercedes OM 636; (teilweise wurden auch Bukh 36 PS eingebaut )
Ausrüstung: Sestrel Kompass, Echo, Logge, VDO Windmessanlage, 2 x GPS, Furuno – Radar, 1 x Ukw Seefunk, 1 x DSC UKW – Seefunk, KW – Funk und Pactor, PC -Plotter, Neco – Autohelm Selbststeuerung, Webasto, Boiler, 2 x 160 L Diesel, 2 x 180 L Wassertanks, alle Tanks aus Niro, die Wassertanks befinden sich im Kiel.
Die Rival 38 ist die fünfte von Peter Brett konstruierte Rival. Die 1. Rival 38 wurde im Jahre 1977 fertiggestellt. Die Rival 38 gibt es in 2 Versionen. Die Standartversion ist die Achtercockpitversion Rival 38 A . ( Mehr allgemeine Infos über Rivals finden sich bei der Seven Seas weiter unten.)
Wie alle Rivals sind Rumpf und Kiel aus einem Stück. Das Ruder hängt an einem Vollskeg.

Lanita ist eine der wenigen Mittelcockpitversionen Rival 38 C. Davon gibt es nur 6 oder 7? Wobei Lanita noch ein erhöhtes Fenstersüll für die Cockpitscheibe aufweist. Von beiden Versionen sind zusammen 63 Stück gebaut worden.
Auch in der Innenaufteilung unterscheidet sich Lanita von den anderen Mittelcockpitversionen.Ursprünglich wurde sie von einem Direktor der holl. Eisenbahn für seine Weltumseglung gebaut. Dazu ist es nie gekommen, da er vorher verstorben ist. Lanita stand dann wohl mehrere Jahre an Land bis sie von unserem Vorbesitzer gekauft wurde und die nächsten 14 Jahre als „Floris“ von Muiden aus auf vielen Reisen gesegelt wurde.
1998 haben wir sie vom mittlerweile über 80zig jährigen Vorbesitzer, der sich noch einmal vergrößern wollte,
gekauft.
Wir brachten sie noch im Februar nach Workum und begannen mit der kompletten Überholung des Innenraums. Was heißt: neue Decken und Innenfensterrahmen, neue Lackierung der Räume,neue Fußböden,viele kl. Details wie Handgriffe erneuert, alle Fenster raus und neu eingesetzt, neue Elektrik,neue Lampen, zus. 240 V unter Deck, Kühlaggregat eingebaut, neue Instrumente, wie z.B. Funkgeräte, Radar, GPS, etc.
Wir hatten in diesem Jahr ja reichlich Zeit, da wir auf die Ankunft von Lisa noch bis Juni warten durften.
Lanita ist der Ersatz für unsere Rival 34. Mit Kind wollten wir halt 1 Raum mehr haben.

Aufgrund der tollen Erfahrungen und des großen Vertrauens, das wir in 11 Jahren mit unserer Rival 34 erworben haben, kam für uns auch nur wieder eine Rival in Frage. Unser Glück, das gerade zu diesem Zeitpunkt ausgerechnet in NL eine der seltenen 38 C zum Verkauf stand.

Letztendlich hat mein alter Freund Georg uns 1987 auf Rival aufmerksam gemacht. Vorher wusste ich wenig über diese Yachten.
Für diesen Tipp sind wir ihm heute noch dankbar. Er sollte allerdings noch weitere Folgen haben: Unsere Begeisterung war wohl ansteckend, denn vor 2 Jahren erwarb unser Freund Arne die Seven Seas ex Lanita I
und segelt sie seit dem auf Blauwasserfahrt. Allein in diesem Jahr ohne Probleme 3 x über den Atlantik!

Der Rivalvirus hat aber noch weiter gewirkt. Unser Freund Uwe hat sich im Frühjahr dieses Jahres eine wunderschöne Rival 38 A zugelegt und sie von Portugal nach NL gesegelt. Ich schätze mal,das nun in der AGFS die größte Rivalsammlung auf dem Kontinent zusammengekommen ist.

Im Laufe der Jahre haben wir noch den Motor gegen einen besseren baugleichen OM 636 ausgetauscht.
Auch die Segelgarderobe wurde durch Beillken Hydranet ersetzt. Sehr viel Geschwindigkeitsgewinn unter Segeln brachte auch ein Drehflügelpropeller von SPW.
Mit Lanita segeln wir von NL aus in Nord - und Ostsee, sowie engl. Kanal.




Grundüberholung 1998



Grundüberholung 1998


November 2009




SY Wuschel ( II ) ex BIRTE , ex D´ARTAGNAN, Contest 33, Bj. 1971, BauNr.14,

9,83 x 3,15 x 1,60 m, 5,2 To. Ballastanteil 2150 kg,

Segelfläche 41 - 54 qm, Motor ursprgl. Volvo MD 2B, 2 Zyl.16 PS, umgerüstet 1996 auf Volvo 2003, 3 Zyl. 28 PS, 100 L Diesel, 300 L Wasser, Kojen 6

Konstrukteure U. van Essen & Dick Zaal, ca. 187 Boote gebaut von 1970 – 1975

Ausrüstung; UKW – Seefunk, GPS, KW – Empfänger, Echo, Logge, Windmessanlage, Windpilot Atlantik III, Autohelm 2000, Webasto – Dieselheizung, Gasboiler, Bugstrahlruder , Ankerwinsch, aktiver Radarreflektor

Voreigner: bekannt sind 2 (Erstbesitzer und Vorbesitzer)

Obwohl sich die Contest 33 an der frühen IOR – Formel orientiert handelt es sich aus heutiger Sicht um eine schöne klassische Fahrtenyacht mit geteiltem Lateralplan und Skeg vor dem Ruder. Das tiefe Unterwasserschiff sorgt für angenehmes Seeverhalten. Nicht ohne Grund gehört die 33iger zu den meistgebauten Contestyachten.

Die Aufteilung ist klassisch: Pantry mit riesigem Kühlfach an stb. davor Längskoje. An BB Hundekoje, großer Kartentisch, L – Sofa, nach Vorne: Toilette und Vorschiff mit Doppelkoje. Alle Kojen mind. 2 m.

Insgesamt sehr viel Stauraum in vielen Schapps und Schränken

Wuschel wurde im Laufe der Jahre von ihrem Eignerehepaar immer auf aktuellem Stand gehalten. Die Segelgederobe ist von Beillken in Hydranet. Das Unterwasserschiff wurde bei Wrede Osmosesaniert. Rumpf und Deck neu lackiert. Innen ist Wuschel trotz ihrer fast 40 Jahre in einem Toppzustand.

Lediglich die bekannten Contestmacken aus den frühen Siebzigern, wie knarzendes Deck oder verottetetes Totholz im Mastfuß mussten erfolgreich saniert werden.

Die Reisen der letzten Jahre führten sie in Nord – und Ostsee.



Oktober 2009













Yawl „FENUA-URA“, die Übersetzung soll sein „Insel der Glücklichen“
Typ: 7KR
Länge: 11,65 m
Breite: 3,30 m
Tiefgang: 1,70 m
Gewicht: ca. 10 t
Segelfläche: ca. 70 m²
Material: Stahl; ab Oberkante Scheuerleiste Edelstahl
Konstrukteur: Kurt Beister, Norderney
Stahlbau: Helmut Bross
Innenausbau, sowie Einbau des Motors und der Schiffstechnik: Heinrich und Ulrich Boltendahl
Elektrik, Entwurf und Anschluss: Andre Feldin.

Historie:
Die „kleine“ Schwester der Helli wurde in den 70 er und 80 er Jahren zusammen mit einigen anderen Kaskos in Duisburg gebaut.
Alle anderen Schiffe wurden fertiggestellt, nur die FENUA-URA sollte noch einige Jahre auf ihre Vollendung warten.
Wie nicht anders zu erwarten, wurde der Kontakt zwischen dem Verkäufer und den Boltendahls durch Horst Guntermann hergestellt und das Geschäft schnell abgewickelt.
Der erste Anblick des Kaskos ließ den zeitlos schönen Riss erahnen, aber auch die enorme Arbeit die uns erwartete. Heinrich war immerhin schon 73 Jahre jung.

Schnell nochmal Urlaub mit der „Tiede“ rund Fünen und dann ging es los….
Transport von Duisburg nach Essen-Heidhausen. Alleine der Trailer wiegt 5,5 Tonnen und das Kasko ohne Innenausbau bereits 8,5 t. --- das sollte eigentlich das Fertiggewicht sein!
Der Sattelschlepper ist 18 m lang und muss in eine Anliegerstrasse ---alles Millimeterarbeit----
Heinrichs Garage wurde als Werkstatt umfunktioniert, das Kasko überdacht, eingerüstet sowie eine ordentliche Treppe vorgesetzt.

Es wurden verbaut: ca. 40 L Grundierung für die Innenkonservierung, ca. 170 m² Sperrholz, 5 bis 6000 Edelstahlschrauben, mehr als 15 kg Klarlack, 3500 m Elektrokabel, etliche Meter Wasser und Kühlschläuche sowie unzählige Schlauchklemmen. 120 Kg Epoxispachtel, diverse Liter Zwei- Komponenten Grundierungen und Lacke…. und, und, und…..
Den generalüberholten Motor OM636, mit einem ZF Getriebe ausgelegt für 150 PS, durfte ich erst nach einem ausgedehnten Probelauf, aus einer Werkstatt in Xanten mitnehmen.
Die neuen Masten und Bäume lagen bei Helmuts Bruder gut verpackt in einem Regal in Essen.

Nach genau einem Jahr intensiver „Freizeitgestaltung“ wurde die FENU-URA im Juli 1999 nach Lelystad transportiert und in Dienst gestellt.

Das durch Verbau der vorgenannten Materialien zu hohe Endgewicht von ca. 11 t, wurde im ersten Winter durch Reduzierung des Bleiballastes auf ca. 10 t gebracht.

Die erste große Probefahrt ging dann, auf Wunsch von Heinrich, nach Bergen in Norwegen.
Es folgten weitere Fahrten zur Ostsee, nach Belgien, Frankreich und England.

Aktueller Liegeplatz ist in Makkum.
Fahrgebiet: Ijsselmeer, Watt und Nordsee
Der relativ junge Klassiker fällt immer wieder auf und wir werde des Öfteren von fremden Seglern gefragt: Ist das ein Beister? (immer zu erkennen an dem asymmetrischen Einstieg) Schnell kommt man dann ins Fachsimpeln.Info: Im Internet unter „Kurt Beister“ mal googeln.

Anlage von Horst Guntermann:
1978 hat Horst Guntermann auf dem Hinterhof einer Papiersammelstelle in Duisburg ein paar Schiffsbauer angetroffen, die Beister-Yachten von der Kielsohle bis zum fertig ausgebauten  Traumschiff selber gebaut haben. Dort stand auch die Fenua-Ura  als Kasko, die von Helmut Bross, einem Computerfachmann bei Thyssen, seit Anfang der 70er selbst geschnitten, gebrannt,  geformt, getrieben und geschweißt worden ist. Im Unterwasserschiffbereich in Stahl und oberhalb in Edelstahl. Alles in Handarbeit und praktisch ausschließlich mit viel Muskelkraft. Schon 1979 stand im Maschinenraum des schönen Kaskos mit den wunderbaren Linien ein herrlich restaurierter MAK Diesel, der aber dann doch später Platz für einen OM636 machen musste, obwohl er nie seine Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen konnte. Wenn Helmut gefragt wurde, wann seine Yacht denn endlich mal ins Element eintauchen darf, antwortete er regelmäßig, am 16. Herbst.
Fast 20 Jahre später, im Jahre 1998, -die Yacht hat immer noch nicht das Wasser gesehen und der Innenausbau fehlte gänzlich, - bekam Horst Guntermann einen Anruf von Helmut, in dessen Verlauf die Frage gestellt wurde, „kennst Du jemanden, der Spaß an meinem Schiff haben könnte, - ich will es verkaufen“? Ungläubig und geschockt, kam dennoch spontan die Antwort: „ja – Heinrich Boltendahl!“
Gesagt- getan, der Deal wurde Wirklichkeit und wenig später stand der Kasko im Vorgarten in Heidhausen, was wiederum Tochter Christel die Zornesröte ins Gesicht getrieben hat. Dies hat sich aber nach kurzer Zeit wieder gelegt, da sich Sohn Ulrich und Enkel André angeboten haben, die anstehende Arbeit gemeinsam zu stemmen.
 



September 2009

Helli



Horst im Schiff
aus WAZ–Artikel Juni 1980



Mast
aus WAZ–Artikel Juni 1980



Helli Kasko



Yawl Helli
Länge 13,60 m ü.A.
Breite 3,85 m
Tiefgang: 1,85
BRT: 13.000
Segelfläche: ca. 100 qm am Wind.
Material: Stahl
Konstrukteur: Beister, Norderney
Konstruktionsjahr: 1972

Historie:
Auf der Überführungsfahrt vom Baldeneysee nach Holland mit der Ben-Akiba 3 entdeckte Horst Guntermann 1977 in der Abenddämmerung einen fast fertigen Kasko an Land stehend.
1978 erinnerte er sich wieder an den Kasko und ging somit auf Suche; und fand den Kasko am Wesel-Datteln-Kanal.
Nach kurzen Verhandlungen sollte der fertige Kasko Ende 1978 in Essen angeliefert werde. Klappte aber nicht so wie gedacht, sondern er kam erst am 28.April 1979
Der Bauplatz zum Ausbau war die Schnapsfabrik Brüggemann auf der Bocholder Str. in Essen Borbeck.
Je näher der Tag des Ausbaubeginns kam, umso mutiger wurde Horst Guntermann, der kein gelernter Handwerker war, sondern Kaufmann. Trotzdem hat er sich vorgenommen, binnen eines Jahres den kompletten Ausbau, angefangen beim Anstrich einschließlich Spachteln des Rumpfes, alle Inneneinbauten, Isolierung, Elektrik, Elektronik, Motor- und Wellenanlage, Takelage, einschließlich Teakdeck etc. fertig zu stellen.
Seinen Job etwas vernachlässigend hat Horst Guntermann mehr als jede freie Minute am Schiff gearbeitet, sich nur wenige Stunden in der Nacht Ruhe gegönnt. So konnte der Termin für die Taufe etwas über ein Jahr nach Baubeginn, am 11. Juli 1980 festgelegt werden. In der Zwischenzeit hat auch die örtliche Presse einige Male berichtet und über den Fortgang der Arbeiten geschrieben.
Das Schiff wurde auf den Namen Helli (Rufname seiner Mutter Helga) getauft.
Der Transport vom Bauplatz zum Stadthafen am 12.07.1980 wurde mit Sondergenehmigung und Polizeischutz durchgeführt.
Von 1980 bis 1998 hat die Familie Guntermann mit dieser Yawl Törns in folgende Länder gemacht:
Norwegen, Schweden, Dänemark, Estland, Finnland, Polen, Holland, Belgien und England.
Insgesamt ca. 30.000 sm
1986 und 1989 war Helli das „Flaggschiff“ bei den AGFS – Gemeinschaftsreisen hinter den eisernen Vorhang nach Polen und Estland.
1998 wurde Helli an einen neuen Eigner verkauft und bekam ihren neuen Liegeplatz in der Ostsee.



August 2009







Wenn Thomas kein Augustbild zur Verfügung stellt, springe ich mal ein.
„Ales Stenar“, Schiffssteinsetzung

Das Schiff ist außerordentlich stabil gebaut, krängt nie, scheint aber nicht ganz dicht zu sein und ist außerordentlich schwer zu manövrieren. Es ist aber auch 2700 Jahre alt, da kommt das schon mal vor. Es ist daher an Land aufgestellt in Schweden bei Kåseberga in der Nähe von Ystad.
Bug und Heckpartien sind aus größeren Steinen gebaut und verweisen auf Sonnenaufgang am kürzesten Tag und auf Sonnenuntergang am längsten Tag des Jahres. Wenn das Wort „steel ist real“ gilt, so toppt dies doch die Bauweise aus Granit.

Gesichtet vor einigen Tagen von Manfred Ketels



Juli 2009




Chantlevent, Trintella I,
Bj. 1965, 8,50 x 2.50 x 1,31 GFK Rumpf mit Mahagoni – Aufbau und 18mm!! Teakdeck auf einem Kunststoffdeck, Konstrukteur E. G. Van de Satdt.
Ursprgünglich hatte sie einen Albin 10 PS Benziner, ab 1983 dann einen 10PS Bukh / Ruggerini Diesel, 5 Kojen, Ausrüstung: Kompass, Echo, Logge,Windpilot Atlantik III,

Die Trintella I ist die erste in GFK gebaute Trintella.Sie basiert auf der in Stahl gebauten Trintel I. Sie wurde etwas breiter und bekam durch einen längeren Mast mehr Segelfläche. Die Trintella I wurde zur Trintella Ia weiterentwickelt indem sie statt des Plattgatthecks mit angehängtem Ruder ein schönes Yachtheck bekam. Von beiden Typen wurden zusammen 260 Boote gebaut. Die ersten noch mit Holzmast. Später dann mit Alumast.

Die Trintella 1 ist ein sehr guter Segler mit klassischen Linien. Fast alle Exemplare, die einem heute begegnen sind in ausgezeichnetem Zustand.
Mit 10 PS ist sie an der unteren Grenze motorisiert. Aufgrund des scharfen Vorschiffs, in dem sich auch noch der 110 L Wassertank befindet, neigt sie allerdings dazu sich in der kurzen Ijsselmeerwelle an der Kreuz festzustampfen.
1982 wurde Chantlevent in erbärmlichem Zustand in der Nähe von Roermond gekauft, fahrbereit gemacht und nach Workum überführt. Vorbesitzer war ein Deutscher, der sie von einem Belgier gekauft hatte. Wahrscheinlich ist der Name Chantlevent der 1. Name gewesen, unter dem sie wohl auch lange Zeit auf den Maasseen gelegen hat.
Im nächsten Winter wurde sie nach Essen gebracht und vollständig restauriert.
In den nächsten Jahren wurden Reisen von NL bis Südnorwegen, Westschweden und in die Ostsee gemacht.
Chantlevent nahm auch 1986 an der AGFS – Polenreise teil.
1987 wurde sie an einen Deutschen verkauft, der in Koblenz zu Hause war. Dort ist ihr letzter uns bekannter Liegeplatz.

www.trintella.org/



Juni 2009




Sy Henny, Finnrose 37, 11,35 x 3,35 x 1,65 m, GFK, Gew. 7,5 T, davon 2,4 T Bleibalast, Segelfl. ca. 65 qm, 6 Kojen,

Konstrukteur Angus Primrose, 50 PS Perkins mit hydr. Borg – Warner Getriebe, Ausrüstung: Radar, Sailomat, Neco Selbststeuerung, Instrumente B&G, später AP, Gonio – Funkpeiler, Sextant, Fenster mit Seeschlagblenden,

Die Finnrose wurde ca. von 1970 – 1979 mit Lloyds – Zertifikat auf der ältesten finischen Bootswerft in Turku gebaut. Viele wurden in die USA exportiert.

Henny wurde auf der Hanseboot 1971 gekauft und kam Anfang 1972 ins Wasser. Sie gehörte Fritz Pellenz einem unserer Gründungsmitglieder.
Mit Henny wurden sehr viele große Reisen gemacht. Sie war in Dänemark, Schweden, Finnland, England, Schottland, Wales, Irland, Frankreich.

1976 überquerten Fritz Pellenz und Wilhelm Leimkühler mit Henny als 1. AGFS – Mitglieder den Atlantik.
Viele Jahre war Hindeloopen ihr Heimathafen, später dann Oostende.
Dort wurde sie 1991 an einen Belgier verkauft.



Mai 2009







Seven Seas, ex Wombat, ex Lanita I, ex Seute Deern, ex Taganita, Rival 34, Bj. 1977/ 76, GFK,
10,38 x 2,94 x 1,41m, Gew. ca. 5 T, Segelfl.ca. 50 qm, Rumpf mit Lloyds Zertifikat gebaut, ursprgl. 20 PS 2 QM 20, 2. Zyl. Yanmar, 2000 ersetzt durch 3 GM 27, 3 Zyl. Yanmar,
Ausrüstung: 2 x Kompass, Echo, GPS, PC – Plotter, UKW + KW Funk, Autohelm, Windpilot Pacific, Air Marin Windgenerator, 116 L Diesel, 2 X 100 L Wassertanks

Die von Peter Bretts konstruierten Rivals ( 31, 32, 34, 36, 38,41 ) haben in der Blauwasserszene seit Jahrzehnten einen legendären Ruf. Ihr angenehmes weiche Seeverhalten und ihr komfortables trockenes Segeln zeichnen sie aus.
Gebaut wurden sie bei Southern Boatbuilding in Southhampton.
Die Rival 34 ( 174 Boote gebaut ) ist eine Weiterentwicklung der Rival 32 ( 200 gebaut ). Die Erste Rival 34 wurde 1972 gebaut, die letzten Mitte der achtziger Jahre.
Viele Rivals aller Größen trifft man auf allen Meeren dieser Welt. Mit einer Rival 34 wurde 1976 das OSTAR nach berechneter Zeit gewonnen.
Beim Bau einer Rival werden alle Schotten und alle anderen Holzteile, wie Kojen und Schränke an den Rumpf laminiert. Von Vorne nach Hinten laufen alle 40 cm Stringerdurch den Rumpf. Dies Alles führt dazu das auch 30 Jahre alte Rivals innen vollkommen ruhig sind. Nichts quietscht oder knarrt! Die GFK Arbeiten sind sehr solide ausgeführt.
50 m Ankerkette, hervorragende Seekojen, Gurte zum Anschnallen in der Pantry, Streckleinen an Deck oder Befestigungsaugen für Lifebelts sind serienmäßig.

Der Lebenslauf von Seven Seas ist nahezu komplett bekannt:
Von 1977 – 1984 gehörte sie Tag Humphreys, Heimathafen Southhampton.
Von 1984 – Januar 1987 gehörte sie Klaus Kuschel, Heimathafen Woolverston. Dieser Eigner segelte mit ihr 2 Jahre in die Karibik und zurück nach GB.
Von 1987 – 1998 gehörte sie Anita + Thomas Mai, Heimathafen Essen / Workum. In diesen 11 Jahren wurde sie praktisch jeden Sommer von NL aus in den engl. Kanal bis in den äußersten Westen und zu den Kanalinseln gesegelt.
Von 1998 – 2007 gehörte sie Jaap Olfs, Heimathafen Workum. In dieser Zeit hatte sie wohl ein paar ruhigerer Jahre.
Seit 2007 gehört sie Arne Schmidt, Heimathafen Essen. Somit ist sie nach 10 Jahren in die AGFS zurückgekehrt.
Mitte 2008 ist Seven Seas mit Arne Schmidt zu ihrem 2.großen Blauwassertörn aufgebochen. Seit Januar 2009 befindet sie sich wieder in der Karibik.

Es existiert ein sehr aktive Rivaleignergemeinschaft mit Dependancen in USA, B, NL, GB
www.rivalowners.org.uk/



April 2009







Gelria, Trintella III A, Bj. 1979, klassischer Langkieler mit S-Spant und Spiegelheck,
Konstrukteur E. G. Van de Stadt, Baujahr 1979, es ist fast das letzte Boot dieser Type, Länge ü. alles 10,84m, Breite 3,20 m, Tiefgang 1,45 m, Verdrängung 7,5 t, Ballast 2,8 t Gusseisen – eingeschlossen in GFK, Takelung Ketsch, am-Wind-Segelfläche 53,5 m⊃2;, 49 PS Perkins Diesel, Trinkwasser 400 l, Brennstoff 2 x 200 l. Der Motor erreicht in tiefem Wasser max. ca. 2800 Upm mit einem dreiflügeligen Festpropeller, Dauerdrehzahl des Motors sollen max. 3000 Upm sein.

Die Trintella III wurde in mehreren Versionen gebaut. Als III ohne Poopdeck achtern und als III A mit achterem Poopdeck. Auch Innen gibt es verschiedene Versionen. Insgesamt wurden 136 Trintella III und 160 Trintella III A ab 1969 gebaut. Die III A wurde fast ausschließlich in der Ketschversion gebaut. Die Rümpfe der III wurden bei Polymarin in Amsterdam, die der III A wurden bei Tyler in England gebaut. Auf der Werft Anne Wever BV in s’Hertogen-bosch NL erfolgten der sorgfältige und perfekte Ausbau sowie die Ausstattung.

Die TRINTELLA III a, hat sich als handige Fahrtensegelyacht vielfach bewährt.

Die wesentliche Einzelheiten: Typ Trintella III A

Das Boot hat achtern ein Popdeck mit großer Achterkajüte und 2 Kojen, 2 Kojen im Salon, 1 Hundekoje stb., 2 V-Kojen im Vorschiff. Zwischen Vorschiff und Salon eine Passage mit WC und Kleiderschrank und jeweiligem Türabschluß.
Dieses Boot verfügt als sehr seltene Ausführung über 5 Fenster statt normal 4 im Kajütaufbau, nämlich 1 x Vorschiff, 1 x WC /Kleiderschrank, 3 x Salon.
Im Mittelcockpit sitzt die Crew geschützt hinter einer Windschutzscheibe, Das Mittelteil kann vorübergehend entfernt werden, wenn mit Bordmitteln, Jütbaum, ohne Mastenkran, die Masten gelegt oder gesetzt werden. Das Spritzverdeck und das Cockpitzelt ermöglichen einen kompletten Abschluss des großen Cockpits, wodurch für Hafenliegezeiten zusätzlich geschützter Lebensraum geschaffen wird

Das Boot hatte 2 Voreigner, mit jeweils etwa einer Saison, und als längeren Eigner die Familie einer niederrheinischen Brauerei. Wir erwarben das Boot, ordnungsgemäß in NL versteuert, 1991. Der Name wurde beibehalten.
Diese Type wurde gewählt, weil das Winterlager am Baldeneysee mit vorgegebener Boxbreite vorgesehen war. Das Boot ist bei Überführungen mit den gelegten kürzeren Ketschmasten und dieser Rumpfform beim Schleusen leichter zu handhaben.

In 2 Winterlagern am Baldeneysee wurden einige Nachrüstungen vor-genommen.
Festes Beiboot mit Davits am Heck installiert. Motorraum und Motorinstallation überholt, elektr. Leitungen ausgetauscht, Trenndioden mit Relais gebrückt, Schläuche erneuert und Schieber- gegen Nirokugelventile getauscht, gebrauchte 90 A Lichtmaschine installiert und Übersetzung auf tatsächliche max. Motordrehzahl abgestimmt, Lichtmaschine lädt jetzt mit hoher Leistung bereits bei Leerlaufdrehzahl. Überwachung des Motors auf Temperatur und Öldruck außer elekt. auch mechanisch mit Alarm überwacht. Fremdstromanschluß modernisiert. Elektron. Navigation vervollständigt, UkW-Telefon angepasst, Wetterkartenempfang begonnen, zusätzliche Antennen installiert. Leuchtennachinstallationen im Boot und am Besan. Bugbeschlag abgeändert, sodass der Hauptanker per Winsch bis in die Endlage gezogen werden kann. Warmwasserversorgung über Boiler installiert, kann mit Motorkühlwasser oder Fremdstrom aufgeheizt werden. Besanmast wurde auf innen laufende Fallen umgerüstet und elektrifiziert.
Im Herbst 1994 wurde GELRIA als erstes Boot bei AQUATEL in Makkum NL eingelagert und hat dort einen festen Sommer- und Winterliegeplatz.

Sowohl vom Baldeneysee aus als auch von Makkum wurden zahlreiche Reisen unternommen, zunächst mehrmals Südholland und die Schelde, später die Ostsee, jeweils mehrere Wochen, oft mit wechselnder Crew. Das Boot wird von beiden Eignern, Gerd und Jörg Haas, jeweils mit Familie genutzt




März 2009




Lina“ Centurion 32, BJ 1973, GFK, 9,75 x 2,96 x 1,80 m, 53 qm a. Wind, Verdr. 5,2 t
Konstrukteur Kim Holman, 4 - 6 Kojen, Motor VP MD 2 / Ruggerini MM 191 20 PS.
Proctor Top Rigg, Ballast 2 T Blei, Skeg geführtes Ruder, Bauzeit 1968 – 77, 380 Exempl.
Neupreis 1969 85.000 DM, Heimathafen Lemmer (NL), DB4506, MMSI 211 287 190

Gebaut bei Wauquiez (F) und entworfen am Übergang der Vermessungsregeln
RORC zu IOR, war die Centurion seinerzeit das, was man heute als Cruiser/Racer bezeichnet
und auf der Regattabahn recht erfolgreich. Lange Überhänge, schmale
Wasserline, schmales Heck, niedriger Freibord und flacher Aufbau prägen die Linien.
Der spätere IOR-Bauch fehlt ebenso, wie eine Scheuerleiste.

Unter Segeln ist sie mit der schmalen Wasserlinie und dem S-Spant erst recht rank,
dann stützt der tiefe Kiel mit 2 T Blei. Leichtwind ist nicht ihr Milieu, aber bei mittlerem
Wind ist die Rumpfgeschwindigkeit schnell erreicht und, in Verbindung mit der Trimmklappe
am Kiel, sind Wendewinkel realisierbar, die viele neuere Konstruktionen nicht
erreichen können. Dabei ist das Seeverhalten durch den tiefen S-Spant angenehm
und sie rennt unbeirrbar geradeaus.

Manöver unter Motor schreiben dem Skipper dagegen regelmäßig Sorgenfalten ins
Gesicht. Die Welle tritt seitlich der Mitschiffslinie aus, das Ruder wird nicht angeströmt.
Der Radeffekt des Faltpropellers ist überwältigend und, wie gesagt, keine Scheuerleiste.

Über die Geschichte von „Lina“ ist wenig bekannt, vermutlich hat sie ihr Segelleben
in Niederländischen Gewässern verbracht. Seit Okt. 2006 ist sie im Besitz von Till.
Gesegelt wird sie auf dem Ijsselmeer und zwischen den Westfriesischen Inseln.
Dabei ist sie ein Seeschiff ‚par excellence’, aber bevor es auf ‚DIE Reise’ geht,
muss erst noch den Renovierungsstau der Voreigner beseitigt werden.

http://www.wauquiez.com
http://www.wauquiez.com



Februar 2009




Yacht des Monats Februar 2009

Keto“ Contest 31 HT, Bj.1974, GFK, 9,50 x 3,15 x 1,45 m, 52 qm Segelfl., Gew. 4,4 T,
Konstrukteur Dick Zaal, 6 Kojen, 3 Zyl.Nanni - Diesel mit 27 PS, ca.700 Betr.std.
( ursprünglich war ein Volvo MD 2B mit 25 PS eingebaut. )
Ausrüstung: Rollfock, Beillkensegel, Kompass, Echo, GPS, , Radar, UKW, Autohelm, Maxprop – Drehflügelpropeller, 2 x 100 L Wassertanls, 100 L Diesel, Warmwasserboiler,
Grenzwellenempfänger, Autoradio,

Die Contest 31 HT ist eins der bestverkauften Boote von Conyplex. Rund 250 Einheiten wurden gebaut. Keto gehört zur etwas schnittigeren 1. Generation. Später wurde die Deckschale erhöht um mehr Raum unter Deck zu schaffen. Es wurden auch einige wenige Boote mit einer kleinen Achterkajüte gebaut. Standard ist die Pinnensteuerung. Weiterhin gibt es auch eine Tiefkielversion mit 1,75 m. Die ersten HTs hatten in der Flachkielausführung einen kürzeren Mast. Keto war die 1. HT , die auf Wunsch des Eigners den längeren Mast der Tiefkielversion bekam. Ab ca. 1976 wurde dies bei allen HTs zum Standard.

Die 31 HT ist ein sehr gut segelndes Boot mit angenehmem Seegangsverhalten, da der Rumpf ein tiefes Unterwasserschiff hat, im Gegensatz zu heutigen U-förmigen Unterwasserschiffen.

Mit Keto hat das Eignerehepaar sehr viele schöne Reisen vom IJsselmeer hauptsächlich in den engl. Kanal bis hin zu den Scillys gemacht. Auch unter härtesten Bedingungen ( 11 Bft ) auf einer Rückreise vom Solent bewies sie ihre hervorragenden Seeeigenschaften.

Sie ist bis heute im Besitz ihrer 1. Eigner. Aus Altersgründen steht Keto jetzt zum Verkauf.
Kontakt: Th. Mai, 0201-412874 oder Th. Mai ätt agfs.de

www.contestyachts.com/
Palstek Artikel





Januar 2009




Yachten in der AGFS

Yacht des Monats Januar 2009

Tomanita“ ex Cutty Sark, Victoria 25 Bj. 1955, Vollholz, 7,50 x 2,12 x 1 m Gew. ca. 1.2 T
Konstrukteur Koopmans sen., 4 Kojen, 5 PS AB, keine Toilette, Navigation: Kompass, Echo

Die Werft Victoria in Alkmaar baute bis Anfang der 60er Jahre nur Boote aus Holz. Mit Beginn des Kunststoffbaus nante sich die Werft Victoire. Unter diesem Namen existiert sie heute noch.

Dieses Boot war für die damalige Zeit sehr fortschrittlich. Es hatte einen relativ kurzen Kiel und ein freistehendes Spatenruder. Der Mast war ein Alumast von der Fa. Reckmann und 6/8 geriggt.

Die Segeleigenschaften sind ausgezeichnet.

Bis 1977 lag das Boot am Baldeneysee. Es existierte im YCRE noch ein Schwesterschiff mit Einbaumotor.

Das Boot wurde dann mit Elektrik, Wassertanks und einer Seereeling ausgerüstet. Später kam noch ein Taekdeck hinzu.

Mit diesem Boot haben wir von Holland aus mehrere Reisen in die Ostsee bis Bornholm und Oslo gemacht.

1982 wurde sie an einen neuen Eigner verkauft. Dieser hat sie dann einige Jahre später an einen Holländer verkauft. Sie soll dann noch am Tjeukemer gelegen haben.

www.victoire.nl/